Kretschmann verweigert Zuschüsse an kommunale Schwimmbäder: Nicht nur Herschelbad braucht mehr Geld vom Land

Veröffentlicht am 16.05.2019 in Kommunalpolitik

Ein Becken im Herschelbad | Bild: Albrecht Landgraf/Wikipedia/CCBYSA

Der Mannheimer SPD-Landtagsabgeordnete Dr. Boris Weirauch kritisiert die Aussage von Ministerpräsident Kretschmann, nach der angesichts knapper Kassen das Land andere Prioritäten als die Förderung kommunaler Schwimmbäder habe. „Die Situation kommunaler Schwimmbäder in Baden-Württemberg ist weiterhin kritisch. Auch bei uns in Mannheim erleben wir, dass um den Erhalt von Bädern für die Allgemeinheit immer wieder gekämpft werden muss. Wenn der Ministerpräsident als Antwort darauf verweist, er habe auch das Schwimmen in der Donau gelernt und nicht im Schwimmbad, ist das zynisch.“

Die SPD-Bezirksbeirätin für die Innenstadt und Vorsitzende der Freunde und Förderer des Herschelbades Mannheim e.V., Isabel Cademartori sieht das genauso: „Vom Land wäre für den Erhalt der kommunalen Bäder wesentlich mehr Unterstützung angesagt, keine selbstgerechten Sprüche.“

Cademartori und Weirauch, der den Förderverein des Herschelbades als Beirat unterstützt, bemängeln, dass immer weniger Kinder richtig schwimmen lernen. Das liegt auch daran, dass immer weniger kommunale Schwimmbäder gibt.

Daher sei auch der anhaltende Einsatz für eine tragfähige Sanierung des Herschelbads, des einzigen Schwimmbads in der Innenstadt, so wichtig. „Kommunale Bäder sind Bestandteil der Daseinsvorsorge“, erklärt Weirauch. „Die Stadt Mannheim stemmt hier viel, und das Land sollte sich nicht einfach so herausreden.“ Ein Antrag der SPD-Landtagsfraktion zum Nachtragshaushalt, ein Landesförderprogramm für den Bädererhalt in Baden-Württemberg in Höhe von 30 Millionen Euro einzurichten, war Ende 2018 von Grünen und CDU abgelehnt worden.