Drohende Standortschließung: Ministerium kontaktiert nach Ministerbrief die Isodraht-Geschäftsführung

Veröffentlicht am 24.07.2020 in Landespolitik

Der Mannheimer SPD-Landtagsabgeordnete Dr. Boris Weirauch begrüßt, dass sich die baden-württembergische Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut auf seine Bitte hin in die Angelegenheit der angekündigten Schließung des Mannheimer Standorts der Firma Isodraht eingeschaltet hat und Kontakt zur Geschäftsführung des Unternehmens aufgenommen hat.

Weirauch hatte nach gemeinsamen Gesprächen mit dem Isodraht-Betriebsrat und in Abstimmung mit der Gewerkschaft IG Metall Hoffmeister-Kraut angeschrieben und sie gebeten zu prüfen, welche Handlungsmöglichkeiten auf Landesseite bestehen, sich für den Erhalt des Standorts und der Arbeitsplätze einzusetzen.

Gleichzeitig hatte Stadtrat Bernhard Boll, der an den Gesprächen teilnahm und für die SPD-Gemeinderatsfraktion Sprecher im Ausschuss für Wirtschaft, Arbeit und Soziales ist, die kommunale Wirtschaftsförderung mit dem Unternehmen in Verbindung gebracht, um weitere Fördermöglichkeiten und Unterstützungsleistungen zum Erhalt des Standorts zu sondieren.

„Es muss alles, was möglich ist, unternommen werden, um den drohenden Verlust der Produktion und damit von 120 Arbeitsplätzen doch noch abzuwenden“, erklärten die SPD-Wirtschaftspolitiker, die die gemeinsame Sorge einer zunehmenden Deindustrialisierung in Mannheim umtreibt.

„Ich bin Ministerin Hoffmeister-Kraut dankbar, dass sie nun den Kontakt zur Geschäftsführung aufgenommen hat, um zu klären, welche Möglichkeiten bestehen, den Standort Mannheim zu halten“, setzt Weirauch Hoffnung auf mögliche Gespräche. „Der Betriebsrat hat mir ebenfalls signalisiert, dass sich das Ministerium auch bei der Arbeitnehmervertretung gemeldet habe, um sich über die Lage der Beschäftigten zu informieren und Unterstützung anzubieten“, gibt der Landtagsabgeordnete die Hoffnung nicht auf, den Standort in Neckarau erhalten zu können.

Weirauch und Boll werden bei ihren Bemühungen unterstützt durch den Mannheimer Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft für Arbeitsnehmerfragen Belamir Evisen und die Neckarauer SPD-Vorsitzende Sabine Leber Hoischen, die hoffen, dass die Belegschaft nun eine Perspektive bekommt und die anstehende Schließung der Neckarauer Firma abgewendet werden kann.

Die Geschichte der Mannheimer Fabrik geht bis ins Jahr 1899 zurück. Derzeit gehört die Isodraht GmbH zur schwedischen Unternehmensgruppe Liljedahl. Die Firma produziert Drähte verschiedenster Art, die in zahlreichen Bereichen zur Anwendung kommen, einschließlich im Bereich Elektromobilität. Nach den bisherigen Plänen der Geschäftsführung soll der Betrieb Ende 2020 eingestellt werden.