Weirauch nach Kultur-Konferenz: Wir wollen nach Corona die gleiche starke, breit gefächerte Kulturszene wie zuvor

Veröffentlicht am 24.07.2020 in Kommunalpolitik

Der SPD-Landtagsabgeordnete Dr. Boris Weirauch hat sich in einer Videokonferenz zum Thema „Corona und Kultur“ mit Mannheimer Kulturschaffenden über die Auswirkungen der Coronakrise auf die Kulturszene in der Region ausgetauscht. Der kulturpolitische Sprecher der Mannheimer SPD-Gemeinderatsfraktion Thorsten Riehle und die ehemalige Vorsitzende des Ausschusses für Wissenschaft, Forschung und Kunst im baden-württembergischen Landtag und SPD-Stadträtin Helen Heberer standen ebenfalls für Fragen zur Verfügung.

Als hochkarätiger Gast aus Berlin schaltete sich der kulturpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion Martin Rabanus in die Runde. Rabanus konnte direkt über die Aushandlung der "Kulturmilliarde" des Bundes berichten, mit der die Folgen der Pandemie für die Kulturszene abgefedert werden sollen.

In der gut besuchten Konferenz diskutierten die SPD-Politiker mit hochrangigen Vertretern der Mannheimer Kulturszene, u.a. der Intendant Schauspiel des Nationaltheaters Christian Holtzhauer, der Geschäftsführer der Popakademie Professor Udo Dahmen, der Geschäftsführer der Freilichtbühne Mannheim Thomas Nauwartat-Schultze und der Geschäftsführer der m:con Bastian Fiedler. Ein Schwerpunkt der Diskussion war die unterschiedliche Behandlung der Kulturszene gegenüber der Gastronomie, in der großzügigere Personenbegrenzungen gelten. Ein Problem, stellten die anwesenden Politikerinnen und die Kulturschaffenden fest, ist die geringere politische Schlagkraft der Kulturszene, die anders als die Gastronomielobby weniger stark vernetzt ist. Gemeinsam begrüßte man deshalb die Demo des „Bündnisses Kulturschaffender Mannheims“ 11. Juli mit rund 1000 TeilnehmerInnen und Teilnehmern aus der Kunst- und Kulturszene. „Ein erster wichtiger Schritt, die Öffentlichkeit auf die coronabedingte Problemlage hinzuweisen und für mehr Unterstützung zu trommeln“, unterstützen auch die SPD-Abgeordneten Weirauch und Rabanus sowie die StadträtInnen Riehle und Heberer die Gründung des Bündnisses.

Vertreter des Mannheimer Nationaltheaters wiesen auch darauf hin, dass für viele Künstler, die normalerweise als Gäste großer Häuser unter Vertrag genommen werden, die großen Verdienstausfälle erst in der nächsten Spielzeit kommen. Auch kleinere Kunst- und Theater-Vereine geben zu bedenken, dass oft die Ausgaben dieses Jahres noch über Mitgliedsbeiträge gedeckt sind, den Mitgliedern dafür aber Gutscheine fürs nächste Jahr zur Verfügung gestellt würden, sozusagen als Kredit bei den Unterstützern. Auch hier sind noch längerfristige finanzielle Probleme zu erwarten.

Weirauch verwies darauf, dass die zusätzlichen Landeshilfen für Kulturbetriebe gerade beschlossen worden seien. Man müsse nun die Umsetzung genau beobachten. "Wir wollen in Mannheim nach der Coronakrise die gleiche starke, breit gefächerte Kulturszene wie davor", erklärt Weirauch seinen Anspruch und seine Forderung an die Landesregierung, bei den Hilfen für die Kulturszene nicht hinter der Bundesregierung zurück zu stecken.