LTE-Versorgung: Mannheim in Baden-Württemberg in Spitzengruppe, bundesweit im Mittelfeld

Veröffentlicht am 16.11.2019 in Landespolitik

Laut einer aktuellen Studie der Londoner Firma Opensignal ist Mannheim bei der LTE-Mobilfunk-Abdeckung mit einer Quote von 82,41 % in der Spitzengruppe in Baden-Württemberg, gemeinsam mit Pforzheim, Böblingen und Stuttgart. Bundesweit reicht es mit dieser Quote allerdings nur für Platz 86 bei 425 untersuchten bundesdeutschen Gebietskörperschaften. Der Mannheimer SPD-Landtagsabgeordnete Boris Weirauch, Wirtschaftsexperte seiner Fraktion, zieht ein gemischtes Resümee: „Aus regionaler Perspektive Licht und Schatten zugleich. Sich auf den Zahlen auszuruhen reicht definitiv nicht aus. Der technologische Wandel erfordert weitere Anstrengungen.“

Auch vor dem Hintergrund des 5G-Ausbaus und der Auflagen, die die Bundesnetzagentur den Mobilfunkkonzernen ins Stammbuch geschrieben hat, sei es wichtig, die 4G-Situation im Blick zu behalten. Auf dem Weg zu flächendeckender 5G-Verfügbarkeit dürfe man nicht die Versorgung mit 4G aus den Augen verlieren, so Weirauch. „Und dass man in manchen Gegenden Baden-Württembergs überhaupt keinen Empfang hat, darf einfach nicht sein“, so der wirtschaftspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion.

Der Anspruch müsse sein, Funklöcher dauerhaft zu schließen und mindestens den 4G-Standard landesweit zu etablieren. Wenn dieses Ziel unter Einbeziehung bzw. Kooperation privater Mobilfunkbetreiber bzw. der angekündigten Unterstützung des Bundes nicht erreicht werden kann, erwägt Weirauch die Gründung einer landeseigenen Infrastrukturgesellschaft, mit Hilfe derer eine eigenständige, staatliche Mobilfunk-Infrastruktur geschaffen werden könnte.

„Die Landesregierung muss hier ganz besonders mit der Bundesregierung an einem Strang ziehen“, so Weirauch. „Die Bürgerinnen und Bürger haben ein Recht auf eine lückenlose Mobilfunkversorgung.“ Allerdings reiche der Ausbau des Mobilfunknetzes nicht aus, so Weirauch, sondern es würden auch leistungsfähige Festnetz-Internetanschlüsse benötigt. Die SPD-Fraktion im Landtag setze sich deshalb dafür ein, dass der Glasfaser-Ausbau vorangetrieben wird, damit bis ins Jahr 2025 mindestens 95 Prozent der Menschen in Baden-Württemberg über einen 100-Mbit-Anschluss verfügen.

(Quelle zur Studie)