„Bei kranken Kindern zählt jede Minute“: Weirauch setzt sich für 24-Stunden-Hubschrauber für Klinikum Mannheim ein

Veröffentlicht am 17.10.2018 in Landespolitik

Ein Rettungshubschrauber der DRF (Symbolbild)

Der Mannheimer SPD-Landtagsabgeordnete und Stadtrat Dr. Boris Weirauch hat sich mit dem Staatssekretär im Innenministerium, Wilfried Klenk, in einem persönlichen Gespräch in Stuttgart zum Thema Luftrettung ausgetauscht. Anlass war die Forderung des SPD-Abgeordneten nach einer Überprüfung der nächtlichen Luftrettung in Mannheim, die Weirauch in einem Schreiben gegenüber Innenminister Thomas Strobl geltend gemacht hatte.

„Der Staatssekretär hat mich darüber informiert, dass derzeit eine umfassende Strukturuntersuchung zur Luftrettung in Baden-Württemberg erstellt wird und bis spätestens Ende 2019 klar ist, wo Handlungsbedarf besteht. Meine Forderung nach einer stärkeren Berücksichtigung Mannheims und damit auch Nordbadens wird geprüft und in die weiteren Überlegungen einfließen.“ Der Staatssekretär sei sehr dankbar über die Hinweise gewesen und sei sich auch der Tatsache bewusst gewesen, dass Baden-Württemberg bei den 24-Stunden-Hubschraubern noch Nachholbedarf habe.

„Der derzeitig einzige 24-Stunden-Rettungshubschrauber in Baden-Württemberg ist in Villingen-Schwenningen stationiert“, erklärt Weirauch seinen Vorstoß. „Das ist von Mannheim und von Nordbaden allgemein zu weit weg.“ Normale Rettungshubschrauber dürfen nach Anbruch der Dunkelheit nicht mehr für Notfälle abheben. Neben dem einzigen 24-Stunden-Hubschrauber in Villingen-Schwenningen muss Baden-Württemberg bei nächtlichen Notfällen auf Hubschrauber aus angrenzenden Bundesländern oder der Schweiz zurückgreifen.

Weirauch wies Klenk in dem Gespräch besonders auf die Hochleistungsmedizin des Universitätsklinikums Mannheim für Frühgeborene und kranke Kinder hin, die über die Grenzen Mannheims hinaus einen hervorragenden Ruf besitzt. „Im Bereich Neonatologie leistet das Klinikum europaweit Spitzenmedizin, weswegen viele Frühchen von weiter her nach Mannheim für lebensnotwendige Operationen verlegt werden. Hier entscheiden Stunden oder gar Minuten über Leben und Tod“, macht Weirauch den Handlungsbedarf deutlich.

Besonders in solchen Fällen macht sich das Fehlen eines Nachthubschraubers bemerkbar. „Muss ein krankes oder ein frühgeborenes Kind nach Anbruch der Dunkelheit nach Mannheim verlegt werden, muss derzeit erst ein geeigneter Hubschrauber aus Nürnberg angefordert werden, in den im Klinikum zunächst jeweils das klinikspezifische Spezialequipment eingebaut werden muss, bevor die kleinen Patienten zur Behandlung nach Mannheim abgeholt werden können. Das alles kostet wertvolle Zeit“, legte Weirauch das Problem gegenüber dem Staatssekretär dar.

Neben Verzögerungen bei der Rettung oder dem Transport ergibt sich für Weirauch ein weiteres offensichtliches Problem: „Der Notfallmediziner des Hubschrauber-Teams muss dann in Mannheim warten, währenddessen ein spezialisierter Oberarzt des Mannheimer Klinikums das erkrankte Baby oder Kind abholt und nach Mannheim bringt.“ Dies ist aus Sicht des Abgeordneten kein sinnvoller Umgang mit knappen Ressourcen im Gesundheitswesen.

Weirauch fordert zu prüfen, ob und wie die Situation der Luftrettung für Mannheim, aber auch für den nordbadischen Landesteil insgesamt verbessert werden kann. Dies sagte ihm Staatssekretär Klenk im Zuge des konstruktiven Austauschs fest zu.

 
 

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