Moll-Gymnasium wird kein Musik-Gymnasium des Landes: Weirauch kritisiert CDU-Kultusministerin Eisenmann

Veröffentlicht am 02.09.2017 in Landespolitik

Das Mannheimer Moll-Gymnasium wird kein baden-württembergisches Musik-Gymnasium. CDU-Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann hatte eine entsprechende Bewerbung mit der Begründung auf die angespannte Haushaltslage des Landes angelehnt. Der SPD-Landtagsabgeordnete Dr. Boris Weirauch zeigt in einem Schreiben an die Ministerin hierfür kein Verständnis: „Die Begründung ist nicht nachvollziehbar, da es sich lediglich um die Finanzierung von 15 zusätzlichen Unterrichtsstunden handelt und die Kassen des Landes mehr als gefüllt sind“, betont Weirauch.

Die CDU-Kultusministerin lehnt die Ernennung der Mannheimer Schule zudem mit der Begründung ab, dass es in Nordbaden bereits ein Musik-Gymnasium in Karlsruhe gebe. „Die Annahme der Kultusministerin, dass musikalisch begabte Schülerinnen und Schüler aus Mannheim täglich 70 Kilometer nach Karlsruhe pendeln, ist völlig abwegig“, findet Weirauch.

„Wenn man musische Begabungen fördern möchte, dann hier vor Ort. Als Geburtsstätte der sogenannten Mannheimer Schule und UNESCO-City of Music ist Mannheim geradezu prädestiniert als Standort eines Musik-Gymnasium.“ Der SPD-Abgeordnete hofft auf ein Einlenken der Ministerin und bittet diese, ihre ablehnende Haltung nochmals zu überdenken.

Hintergrund

Neben Gymnasien in Karlsruhe, Stuttgart und Trossingen will sich auch das Mannheimer Moll-Gymnasium mit seinem anerkannten Musikprofil als baden-württembergisches Musik-Gymnasium bezeichnen dürfen. Nach jahrelanger Konzeptions- und Planungsphase hatte die Schule im Dezember 2016 unterstützt durch die Stadt Mannheim offiziell die Bewerbung im Kultusministerium Stuttgart eingereicht. Die Staatliche Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Mannheim und die Musikschule Mannheim unterstützen die Bewerbung.