Im Gespräch mit Mannheimer Hebammen: „Versorgungssicherheit für Schwangere muss erhalten bleiben“

Veröffentlicht am 20.08.2017 in Kommunalpolitik

Rainer Hinderer, Nicole Sudheimer, Sarah Boy, Karolin Huschak, Hannah Diehlmann, Boris Weirauch (vlnr)

Der SPD-Landtagsabgeordnete und Stadtrat Dr. Boris Weirauch und sein Heilbronner Kollege im Landtag, der Vorsitzende des Landtagsausschusses für Soziales und Integration, Rainer Hinderer, besuchten gemeinsam die Hebammen-Praxis in Feudenheim, um sich über die Situation der Geburtshilfe und die Arbeitsbedingungen der Hebammen zu informieren. Neben den Feudenheimer Hebammen Karolin Huschak und Sarah Boy schilderten auch Nicole Sudheimer, Beleghebamme am Diakonissenkrankenhaus und Hannah Diehlmann, Auszubildende im Heidelberger Universitätsklinikum, den beiden SPD-Abgeordneten ihre Sorge um die Zukunft des Hebammenberufs in Deutschland.

Zentrales Problem sind aus Sicht der Hebammen die hohen Beiträge zur Haftpflichtversicherung für Hebammen, die in Geburtshäusern Frauen bei der Entbindung betreuen oder Hausgeburten durchführen. Derzeit sind jährlich 7.639 Euro pro Hebamme zu zahlen. Zwar gibt der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenkassen mittlerweile einen Zuschuss, dieser reiche nach Meinung der Hebammen jedoch nicht aus und werde nur unter der Bedingung regelmäßiger Entbindungen im Quartal und leider auch erst nach einer längeren Bearbeitungszeit ausgezahlt, so dass die Hebammen zunächst in Vorlage treten müssen.

Weirauch und Hinderer sicherten zu, dass sie sich dafür einsetzen werden, die bürokratischen Anforderungen für die Zahlung des Zuschusses zu senken, damit mehr Planungssicherheit für die Hebammen gegeben werde. „Schwangere Frauen haben nach dem Sozialgesetzbuch das Recht, ihre Kinder auch Zuhause oder in Geburtshäusern auf die Welt zu bringen. Dieses Angebot sollte weiterhin sichergestellt sein“, fordert Weirauch mehr Entgegenkommen der Krankenkassen.

Auf Nachfrage der Abgeordneten wurde deutlich, dass durch diese und andere bürokratische bzw. finanzielle Hürden das Berufsbild der Hebamme deutlich leidet und dadurch mittlerweile ein erheblicher Nachwuchsmangel festzustellen sei. Weirauch wollte insbesondere wissen, ob es auch in Mannheim bereits zu Engpässen in der Betreuung durch Hebammen bei Vor- oder Nachsorge gekommen sei. Die Hebammen erklärten, dass es insbesondere in Ferienzeiten zu Engpässen kommen kann. Weirauch versprach, diesem Thema nochmals gesondert auf den Grund zu gehen.