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"Weder sozialverträglich noch nachhaltig"

Landtagsabgeordnete Dr. Stefan Fulst-Blei und Dr. Boris Weirauch zur Einführung von Internationalen Studiengebühren

Die Haltung der SPD zum Gesetzentwurf der Landesregierung, internationale Studiengebühren in Baden-Württemberg einführen zu wollen, ist eindeutig, wie Fulst-Blei bestätigt: „Internationale Studiengebühren sind weder sozialverträglich noch nachhaltig. Die geplante Einführung von Studiengebühren für internationale Studierende ist definitiv der falsche Weg, angebliche Haushaltslöcher im Hochschul- und Kulturressort zu stopfen.“

Diese Woche, am 3. Mai, wird der Gesetzesentwurf zur Einführung von internationalen Studiengebühren abschließend im Landtag beraten und dann mit den Stimmen der Regierungsfraktionen aus Bündnis 90/Die Grünen und CDU verabschiedet werden. Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Bündnis 90/Die Grünen) begründet dieses Gesetz mit der Notwendigkeit zusätzliche Einnahmen im Landeshaushalt akquirieren zu müssen, um so angeblich notwendige Einsparungen im Haushalt des Wissenschafts- und Kulturressorts umgehen zu können. Diese Argumentation ist für Weirauch angesichts einer vollen Landeskasse nicht nachvollziehbar: „Das Land Baden-Württemberg hat im Jahr 2016 einen Überschuss von 3,5 Mrd. Euro erwirtschaftet, zudem befinden sich eine weitere Mrd. an Überschüssen aus den Vorjahren sowie rund 500 Mio. Euro Rücklagen in der Landesschatulle.“ Die Mannheimer Landtagsabgeordneten Stefan Fulst-Blei und Boris Weirauch verstehen nicht, warum ausgerechnet so ein reiches Bundesland wie Baden-Württemberg hier mit schlechtem Beispiel vorangehen will und fordern die Zurücknahme des Gesetzentwurfes.

„Der Hochschulstandort Mannheim profitiert sehr stark von internationalen Kooperationen und vielen Austauschprogrammen“, kritisierte auch die stellvertretende SPD-Kreisvorsitzende Malin Melbeck die geplanten Studiengebühren.  Melbeck bedauerte diese Entwicklung: „Die Studiengebühren beschädigen den internationalen Austausch in der Hochschullandschaft nachhaltig und zerstören aufgebaute Strukturen.“ 

Die SPD lehnt die Einführung der internationalen Studiengebühren grundsätzlich ab.  Alle Studierwilligen sollen auch in Zukunft in Baden-Württemberg gleiche Chancen auf eine akademische Ausbildung haben. Internationale Studiengebühren erwecken nicht den Eindruck von großer Gastfreundlichkeit. Sie bedeuten eine Diskriminierung im Bildungswesen und stehen im eklatanten Widerspruch zur Förderung der kulturellen Vielfalt und der Bildungsgerechtigkeit. Hochschulen und akademische Ausbildung leben von der Vielfalt ihrer Studierenden. Gerade in Zeiten wie diesen sollte das gebührenfreie Studium für internationale Studierende auch ein wichtiges Zeichen für die Weltoffenheit der baden-württembergischen Gesellschaft sein.